Stenose an der Lendenwirbelsäule

Die Stenose an der Lendenwirbelsäule (LWS), in diesem Fall die Verengung des Durchmessers des Lendenwirbelkanals, ist, neben den Bandscheibenvorfällen, die häufigste Diagnose in unserer Praxis.

Sie betrifft überwiegend Patienten im höheren Alter und ist  Folge von jahre- und jahrzehntelangen Gebrauch und daraus resultierenden,degenerativen Veränderungen der LWS.

MRT-Bild einer LWS-Stenose Infolge von Verschleiß der Bandscheiben kommt es zu geringer Instabilität an der LWS, die sich meist durch jahrelange Rückenschmerzen bemerkbar macht. Diese führt zur Arthrosebildung der auf der Rückseite liegenden Wirbelgelenke (was ebenfalls Schmerzen verursacht).

Die Ausbildung der Wirbelgelenkarthrose ist zwangsläufig mit einer Zunahme des Gelenkdurchmessers verbunden, der seinerseits zur Einengung des Spinalkanals führt und zur Bedrängung der Nerven innerhalb des Kanals. Die typischen Schmerzen eines eingeengten Spinalkanals sind vor allem die Verkürzung der Gehstrecke:

Nach einer relativ kurzen Gehstrecke treten Schmerzen in den Beinen auf, gelegentlich verbunden mit Gefühlsstörungen wie z. B. Kribbeln, manchmal auch mit einer Schwäche der Beine. Nach einer kurzen Pause nehmen die Beschwerden wieder ab, um nach der gleichen Gehstrecke wieder aufzutreten. Eine Linderung ist häufig durch Vornüberneigen des Oberkörpers möglich. Bergaufgehen ist meist besser möglich als Bergabgehen. Fahrradfahren ist in der Regel problemlos möglich.

Die konservative Behandlung umfaßt alle Maßnahmen wie bei den meisten übrigen Beschwerden an der Wirbelsäule wie z. B. die Krankengymnastik, lokale Wärmebehandlung, Schlingentischtherapie, Akupunkturbehandlung. Einnahme von Schmerzmedikamenten, Verabreichung von Infusionen oder Injektionen.

Meist jedoch ist eine operative Behandlung erforderlich, um eine dauerhafte Besserung zu erreichen.

Die OP hat immer zum Ziel, eine Erweiterung des Spinalkanaldurchmessers zu erreichen durch  Abtragen von den Spinalkanal einengenden Knochen (vgl. Mikrochirurgie), oder durch Zurückziehen eines abgerutschten Wirbels und dessen Fixierung mit Schrauben (vgl. Dynamische Stabilisierung).

Je nach Befund kann auch die Implantation eines Platzhalters zwischen den Dornfortsätzen angezeigt sein (vgl. hierzu Percutane Platzierung von Implantaten), entweder als alleinige Lösung oder kombiniert mit einer operativen Erweiterung des Spinalkanals. Nach operativen Maßnahmen sind in aller Regel die Beinschmerzen weitestgehend oder vollständig verschwunden, die Gehstrecke ist wieder deutlich verlängert. Eine Besserung der Rückenschmerzen wird häufig mit erreicht, sie ist allerdings nicht Hauptziel der Operation.